Hölzle-Trivia: Die Mittagspause [10]

8. Juli 2007

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Die Mittagspause beschreibt einen im Tagesablauf täglich wiederkehrenden Zeitraum von ungefähr 1,5 Stunden, die zwischen den Mitarbeitern gerecht halbiert aufgeteilt werden, damit immer einer bei der Gruppe ist und der andere ein bisschen Zeit um mal wieder richtig durchzuatmen.
Je nach aktueller Wetterlage wird diese Zeit unter freiem Himmel oder mit Dach überm Kopf verbracht.
In letzterem Fall teilen sich die Gruppen je nach Alter in drei Großgruppen auf die sich dann in Halle, Blockhütte 2 oder dem KiGa altersgerechte Filme anschauen. Wer darauf keine Lust hat kann zeitgleich in Blockhütte 1 mit ausgewählten Mitarbeitern Brett- und Kartenspiele spielen.
Ist das Wetter gut und scheint die Sonne werden die Kinder erst mit Sonnencreme einbalsamiert und während der Mitarbeiter Spiele für die Gruppe besorgt stehen diese dann an um eine der heißbegehrten Liegen zu ergattern, die man gut zehn Minuten später über die komplette Liegeweise verteilt antrifft. Die meisten Kinder vertreiben sich die Zeit dann brav mit den mitgebrachten Spielen oder mit Bast (siehe Trivia 9), wobei zum Leid so mancher weiblicher Mitarbeiter leider auch das Fangen von Grashüpfern als durchaus spaßig empfunden wird. Der Höhepunkt dieses Spiels ist es dann erreicht, wenn die liebe Gruppenleiterin elegant wie ein Reh und verheißungsvoll jauchzend über die Wiese springt nachdem ihr ein so niedliches Tierchen in den Ausschnitt oder ins Gesicht gesetzt wurde…..


Hölzle-Trivia: Das Bastbändchen [9]

2. Juli 2007

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Wenn Mittags die Sonne scheint und sich die Kinder gerade auf den Weg zum Liegenverschlag machen, begeben sich die Mitarbeiter zur Kiste um neben einigen Spielen auch den beliebten Bast zu holen.
Man versucht natürlich das Beste, um die korrekte Farbauswahl zu treffen. Da dies aber eigentlich unmöglich ist weil sich die durchschnittlich 16 Kinder nicht auf zwei Farben einigen können wurde vor einigen Jahren eine fortschrittliche Innovation der Kiste eingeführt: Darf man vorstellen, die Drehscheibe.
Mit der Drehscheibe hat der Mitarbeiter keinen allzu direkten Einfluss auf die Farben die er nachher seiner Gruppe präsentieren darf, er hat vielmehr die Möglichkeit die Schuld an der schrecklichen Farbkombination an die Kiste weiterzugeben, weil er selbst ja nichts für die Existenz der Drehscheibe kann. Auf der Drehscheibe wird durch die Hand des Mitarbeiters ein Zeiger in Bewegung gesetzt, der bei einer vorher nicht bekannten Farbe zum Stillstand kommt – wenn man Pech hat gibt’s halt zweimal die gleiche…
Mit Spielen und eben dem Bast und der dazu notwendigen Schere bewaffnet gehts dann ab zu den Kiddies, die sich sofort über den angenehmen Zeitvertreib hermachen und es entstehen im Laufe des fleißigen Knüpfens (spannungsteigernder Trommelwirbel……): Bastbändchen.
Diese sind dann aber meist nicht für private Zwecke gedacht sondern sammeln sich im Laufe eines Abschnitts mit vielen Mittagspausen im Freien in einer artenreichen Vielfalt an den Handgelenken der zugehörigen Gruppenleiter, die sich jede Mittagspause darüber freuen eine so pflegeleichte Beschäftigung für die Gruppe gefunden zu haben…


Hölzle-Trivia: Der Heizpilz [8]

8. Mai 2007

„Schlechtes Wetter? Kalte Füße? Heizpilz? PAH, Mann oder Memme, sowas gibt es nicht im Hölzle!“

So oder so ähnlich geht es des Abends ab und an in den Köpfen der Mitarbeiter vor. Die Kinder sind seit einigen Stunden daheim, die Dienste sind erledigt und die Mitarbeiterbesprechung beendet. Man will den Abend in gemütlicher Runde ausklingen lassen, aber irgendwie fängt es einen an zu frösteln. Für ein romantisches Lagerfeuer fehlt einem am späten Abend der Antrieb und so schleicht sich -meist erst bei den Mädels, dann auch bei den Jungs- nach und nach der Gedanke an den Heizpilz ein.

„Mensch, ist das kalt heute, derHeizpilz wär‘ jetzt nicht schlecht. Aber wir haben doch August, Hochsommer, da muss ich durch. Das wäre doch reine Gasverschwendung… [PAUSE]… Aber es ist schon frisch, was wohl die anderen gerade denken?“

Eine halbe Stunde später sitzt die illustre Runde dann doch unter dem Heizpilz. Und so ist es mit dem Heizpilz ein wenig wie mit den Frauen – Man will nicht mit ihm, aber es geht auch nicht ohne ihn!

Mindestens einmal pro Abschnitt wird der Heizpilz daher aus dem Werkverschlag gekramt, um den Abend „künstlich“ zu verlängern. Hoffen wir, dass dies im Jubiläumsjahr nicht oder möglichst selten notwendig werden wird! *sonnentanzlernengeh*


Hölzle-Trivia – Zicke-Zacke [7]

2. März 2007

Zicke-Zacke Zicke-Zacke – HOI HOI HOI [3x]
Kinderwagen – Kinderwagen – SCHIEB SCHIEB SCHIEB [3x]
Hundehütte – Hundehütte – WAU WAU WAU [3x]
Batsch – NASS [3x]
Schuss – TOR [3x]
Hondsgraba – ELENDE [3x]
Du Stück – DU SÜßES [3x]
Hooooonig – MELONE [3x]
Danke – BITTE [3x]

Wenn sich im Hölzle gegen Ende eines wunderschönen Tages plötzlich ein lauter Schrei erhebt gefolgt vom ohrenbetäubenden Gebrüll von über 250 Kindern, dann steht neben dem Ursprung des ersten Schreis immer ein kleines, leicht desorientiert dreinblickendes Kind, wahlweise auch ein großer, gerührter, rot anlaufender Mitarbeiter, der sich ausnahmsweise mal freiwillig anschreien lassen.
Das Zicke-Zacke ist ein wahrlich freudiger Ausruf der Glückseligkeit zu Ehren eines Mitmenschen, der sich seit einer Anzahl an genau ganzen Jahren auf unserem Planeten befindet und deswegen eben mal für ganz kurz ganz allein im Mittelpunkt stehen darf.

Bevor jedoch die Schreihälse aus ihren Löchern gekrochen kommen, gilt es für einige Mitarbeiter, dem Aufruf der Waldheimleitung zu folgen und sich in Zweier-Pärchen vor dem Waldi-Zimmer einzufinden. Dann folgt der gemeinsame Countdown von zehn bis null, ein letztes in-die Knie-gehen, bevor sich dann die zu ehrende Person drei mal, immer zu einem „Hoch“, in die frische Sommerluft erhebt… Das nennt man dann das Schmeißen!

Die genaue Vorgehensweise des Schreiens sieht man ganz oben. Das normal geschriebene wird von einem stimmgewaltigen Mitarbeiter gerufen, während der Rest auf dem Platz (oder eben in der Halle) steht und das fettgedruckte zum Besten gibt, wobei innerhalb der letzten „Danke – BITTE“s eine Steigerung in der Lautstärke unbedingt erwünscht ist.

Bleibt nur noch, dem heiseren Mitarbeiter nach dieser körperlichen Höchstleistung einen guten Appetit zu wünschen, während er genüsslich ein süßes Stückle oder wahlweise eine Halsschmerztablette verschlingt.


Hölzle-Trivia – Die Fahne [6]

7. Februar 2007

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So wie es keine Olympischen Spiele ohne Feuer gibt, gibt es auch kein Hölzle ohne die Hölzlefahne. Sie wird jedes Jahr kurz vor dem Eröffnungssonntag gehisst und während der Abschlussputzede nach dem dritten Abschnitt wieder abgehängt. Sie ist Zeichen dafür, dass die Pforten des Ferienwaldheims geöffnet sind und steht symbolisch für sechs Wochen Spass für Kinder und Mitarbeiter. Und sollte die Fahne wider Erwarten den Mast während den Abschnitten verlassen, stehen uns stets unsere Hausdetektive „Die Füchse“ tatkräftig zur Seite, um dies möglichst rasch wieder rückgängig zu machen. Natürlich muss dann eine Übergangsfahne her, denn „no flag – no hölzle!“

Halbmast war ein Glück in all den Jahren nie notwendig, denn sonst würde die Fahne auf dem Boden schleifen und die nächste Reinigung könnte sich auf einen Großauftrag freuen. 😉

Wer weiß, wer weiß?! Vielleicht kommt der Fahne in diesem Jahr eine besondere Zeremonie zugute, denn wenn wir mal realistisch sind, sind 50 Jahre Hölzle doch mind. so ein Ereignis wie Olympia!


Hölzle-Trivia – Die Fundkiste [5]

18. Januar 2007

Was ist grün und hat ein Kopftuch? – Richtig, eine Gürkin!

Und was ist braun und trägt Strapse? – Ein Erdnüttchen, genau!

Und was ist schwarz mit orangefarbenen Dreiecken drauf?

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Die Fundkiste im Hölzle!

Wenn an den Hölzlesamstagen diese mit Bastelresten verzierte Mülltonne aus der Halle gerollt wird, steht eine Modenschau der besonderen Art auf dem Programm. Gummistiefel, Hosen, Decken, Badesachen und bisweilen auch mal ein BH werden dann in die Höhe gestreckt und den Hölzlekindern präsentiert, um ihnen vor dem Wochenende noch einmal zu ihrem Hab und Gut zu verhelfen und damit eine drohende Standpauke der Eltern zu vermeiden.

Unter der Woche wurde die Tonne in der Halle fleißig mit Liegengebliebenem gefüttert. Verringern ließe sich die Menge durch konsequentes Beschriften der Klamotten und Ordnung in der eigenen Tasche. Doch ein Großteil der Tascheninhalte sind -trotz Hinweis im Elternbrief- immer noch „namenlos“.

Die Diakonie freut’s, denn werden die Fundsachen auch in den Wochen nach dem Hölzle nicht im Jugendwerk abgeholt, finden sie dort ihre neue Heimat und erfüllen als Kleiderspende einen guten Zweck.


Hölzle-Trivia – Der Sirupbecherturm [4]

8. Januar 2007

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Turmbau zu Babel im Hölzle – Man nehme einige Dutzend Kinder, die soeben die Flüssigkeitsaufnahme beendet haben, lasse sie die Becher ungespült an einen zentralen Ort auf dem Platz zusammentragen. Man beginne die gesammelten Becher farblich sortiert oder wild durcheinander aufeinander zu stapeln und ergänze das ganze mit einer Prise Eigendynamik, damit es auch der letzte auf dem Platz mitbekommt und sein Trinkbehältnis zur Verfügung stellt. Man besteige Tische und Bänke, rufe die größten Mitarbeiter zusammen und entwickle immer ausgeklügeltere Methoden, um den Turm weiter vergrößern zu können.  Man engagiere arbeitswillige Mitarbeiter, die den Turm seitlich abstützen und damit vor einem drohenden Kollaps retten, und rufe einen Fotografen herbei, der das Bauwerk für die Nachwelt dokumentiert. Abgeschlossen wird der Turmbau mit dem stets vergeblichen Versuch die Becher gestapelt durch die Hallentür zu bekommen und bei den Küchenfrauen abzugeben. =)

PS:  Für gewöhnlich entsteht dies Verlangen des Hölzle-Menschen „endlos“ in die Höhe zu bauen einmal pro Abschnitt. Oben sieht man eine etwas kleinere Ausgabe des Sirupbecherturms.